Liebe LOCH-Leute, ab dem 13.10.2021 gelten die 2G-Regeln! Dies heißt, dass sich geimpfte oder genesene Personen mit einem entsprechenden Nachweis im LOCH aufhalten können. VIELEN DANK!

The Dorf
Big Band

Alex Morsey – Kontrabass

M.K.Q.T.
Florian Walter – Electronic Wind Instrument & Moog Synthesizer
Jan Klare – Electronic Wind Instrument & Moog Synthesizer
Karl-F. Degenhardt – SPD-SX Drumsampler & Sensory Percussion

E.N.D.E.
Max Wehner - Posaune, EFX
Este Kirchhoff - Gitarre, EFX
Simon Camatta - Drums
Moritz Anthes - Bass, EFX

© Artist
The Dorf - Well (The Dorf & Umland )

The Dorf ist eine soziale Skulptur,…

… die 2006 geschaffen wurde und sich seitdem permanent wandelt. Mittlerweile haben ca. 50 Musiker an diesem Orchester mitgeformt, das bei Konzerten mit ca. 25 Leuten aufspielt. The Dorf funktioniert wie ein Vogelschwarm, der gen Süden zieht – mit äusserst effizienter innerer Orientierung und einem klaren Ziel vor Augen – ein Baum, auf dem alle gemeinsam zwitschern können. In einer Vielzahl von Konzerten hat sich eine einzigartige Kommunikationskultur gebildet, die das eigentliche Geheimnis dieser Band ausmacht – es geht ums Grosse und Ganze. Als stilistische Eckpfeiler nennt man Jazz, Improvisation, Punk und Neue Musik, jedoch entschieden nicht-idiomatisch - vielschichtig, diskontinuierlich aber folgerichtig - unterhaltsam aber kompliziert - alles, was man von Kunst erwarten könnte, allerdings angreifbar.

Alex Morsey Solo
Alexander Morsey hat im Rahmen seines Arbeitsstipendiums 2020 nach innovativen Spieltechniken für den Kontrabass geforscht, das Ergebnis stellt er in seinem neuen Soloprogramm vor. Neben neuen Grifftechniken und alternativen Tonerzeugern kommt ein Adapter zum Einsatz, mit dem man den Kontrabass präparieren kann- so entstehen komplett neue, nie gehörte Klänge, man bekommt die seltene Gelegenheit, den Kontrabass pur und direkt mit allen seinen faszinierenden Facetten zu erleben.
Alexander Morsey ist einer der meißtbeschäftigten Bassisten in Deutschland, er wirkt in so unterschiedlichen Bands wie „The Dorf“, „Kaleidoskop“ und „Six,Alps & Jazz“ mit, singt, spielt Tuba, arrangiert und komponiert, gibt Workshops oder macht Theatermusik.

M.K.Q.T.
Florian Walter – Electronic Wind Instrument & Moog Synthesizer Jan Klare – Electronic Wind Instrument & Moog Synthesizer Karl-F. Degenhardt – SPD-SX Drumsampler & Sensory Percussion
Entwurf eines Manifests, erster Versuch:

Die reine Startaufstellung des Trios M.K.Q.T. erscheint ebenso skurril besetzt wie prädisponiert für eine weitere selbstironisch gebrochene Radneuerfindung retrofuturistischer Klischees und den Rückgriff auf etablierte Zeichen- und Referenzsysteme von Synth- und Vaporwave. Soweit so hip. Unverkennbar finden sich hier Spuren jener nostalgischen DNA wieder, Verweise auf Deridas hauntologischen Entwurf, ja sogar Zitate kulturindustrieller Escapismusangebote eines 20. Jahrhunderts, das sich im fortwährenden Zyklus reproduktiver Ästhetik der authentisch utopischen Sinngenese zugunsten einer trojanischen Sicherheitsillusion verweigert und sich im Zustand dieser selbstgewählten Stasis letztlich doch unausweichlich auf den Brechpunkt zubewegt, die neue „high-water mark“ des passiven, unreflektierten Konsumismus.

Wir von M.K.Q.T. glauben nicht an die von Mark Fisher festgestellte Alternativlosigkeit des kapitalistischen Realismus, bzw. in Ermangelung eines bereits ausformulierten Gegenmodells: wollen nicht glauben! Woran wir glauben ist Ambiguitätstoleranz und die unveräußerliche Notwendigkeit, alternative Sinnangebote zu generieren, ästhetische Welten zu entwerfen, die als soziale Räume nicht durch deterministische Kapitalstrukturen und überholte Distinktionen konstituiert werden, sondern sich durch Widerständigkeit definieren. Die durch individuelles Interesse motiviert erschlossen, nicht servierfertig dargeboten, sondern im intersubjektiven Prozess verhandelt werden müssen. In der Auseinandersetzung internalisiert, als unabgeschlossenes Fragment mit nach Hause genommen und im Abgleich mit der eigenen Welt in den Metabolismus der Reflexion überführt.

Ein katharsisches Ritual disruptiver Tanzbarkeit und elektroschamanistischer Imagination einer Zukunft, in der wir nicht dazu verdammt sind, die Vergangenheit in ewiger Iteration wieder und wieder zu durchleben, in der vagen Hoffnung, doch noch irgendwie unser Seelenheil aus den gescheiterten Realitäten der aufgehobenen Zeitlichkeit extrahieren zu können.

Dies ist kein Manifest. Dies ist vielmehr der Entwurf eines konkreten Plans. Nehmen wir den Anspruch ernst, uns eine kontingente Zukunft außerhalb der vom Phänomen der Nicht-Zeit bestimmten Matrix vorzustellen, braucht es zunächst einmal Strategien, diese zu verlassen, Freiräume für autonomes Denken, eigenverantwortliche Entscheidungsgewalt, die Formulierung einer neuen ästhetischen Grammatik, den ehrlichen und undogmatischen Diskurs über eine künstlerische Ethik.

Unser Angebot, unser erster Schritt ist der Versuch einer Neuformatierung der eingangs erwähnten Zeichensysteme durch aktive Überschreibung und Umdeutung kultureller Referenzialisierung in einer Art akzelerationistischen Modus. Setzen wir der Befindlichkeit ein Ende, gestalten wir die real existierende Zeit!
(THE DORF, so denn die dann geltenden Regeln es zulassen)

E.N.D.E.
Max Wehner - Posaune, EFX Este Kirchhoff - Gitarre, EFX Simon Camatta - Drums Moritz Anthes - Bass, EFX
Das Essener Noise Dub Ensemble besteht aus vier Musikern, die Dank ihrer Vielseitigkeit locker wie 10 klingen. Smoother Dub, handgemachte Technobeats und tighte DnB-Drums von Simon Camatta treffen auf Este Kirchhoffs verzerrte Saiten und krude Sampes, darüber bläst das Freedom Horn von Max Wehner und darunter wobbelt Moritz „submarine“ Anthes Infrabass. Um den Dub herum versammeln wir unterschiedlichste Stile für einen sowohl wilden, wie auch chilligen Sound. Zum Genießen, Abtrippen und Tanzen. Wir geben mit euch Gas, holen euch runter und bringen euch wieder drauf bis keiner mehr kann. Boom.